Landschaftsbildanalyse bestätigt schlimmste Befürchtungen

LandschaftsbildanalyseIm Rahmen des Verfahrens zu Änderung des Bebauungsplans 2N „Neunkirchen-Süd“ hat die Gemeinde eine Landschaftsbildanalyse in Auftrag gegeben. Das Gutachten ist nun im Ratsinformationssystem abrufbar.

Initiative-NKS wundert es nicht, dass das Gutachten im Ergebnis genau das bestätigt, was wir seit jeher sagen. Hier sollen Monsterhallen entstehen, die das Dorf- und Landschaftsbild der Gemeinde zerstören.

Im genauen Wortlaut heißt es: Das durch die Änderung des Bebauungsplans angepeilte Gewerbegebiet

wird sich in sehr starkem Maße sowohl auf das Ort-, als auch das Landschaftsbild auswirken. Obwohl es sich um mehrere getrennte Baukörper handelt, wird der Eindruck eines Monoliths entstehen. Eine Einbindung durch Bäume ist bei derartigen Bauhöhen und darüber hinaus nur sehr schmalen Pflanzenstreifen nur bedingt möglich. (Anlage 8, Landschaftsbildanalyse, S.22)

Die Auswirkungen des angestrebten Bauvorhabens auf die verschiedenen Ortsteile werden wie folgt bewertet:

Für Neunkirchen:

Die Bewohner werden in Zukunft im Nahbereich auf die 20-24 m hohen Wände der Gewerbehallen blicken. Der bei Anlage des Wohngebiets vermutlich angestrebte unverbaubare Blick in die Landschaft geht damit verloren. (S.22)

Für Hohn:

…wird vor allem der Westrand von Hohn ähnlich beeinträchtigt. (S.22)

Für Wolperath, Renzert und Schöneshof:

…wird für Spaziergänger und Erholungssuchende das Landschaftsbild im Norden mit dem Blick auf die Silhouette Neunkirchens durch massive Baukörper erheblich gestört. (S.22)

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Für Eischeid:

Die Auswirkungen für Bewohner und Erholungssuchende in Eischeid sind ähnlich zu bewerten. Hier ist es jedoch nicht nur der Blick auf Neunkirchen selbst, sondern der Fernblick mit Neunkirchen vor dem Panorama des Siebengebirges, der beeinträchtigt wird. (S.22)

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Horizontbelastungen [Was für ein Wort (A.d.R.)]:

Betroffen sind außerhalb des Umfeldes […] die Ortslagen von Braschoß, östlichen Birk, Wahn, Straßen, Pohlhausen, Herkenrath und Heister. Auch Teilbereiche der Ortslage von Seelscheid befinden sich noch im visuellen Wirkbereich des Vorhabens. In den östlichen Randbereichen dieser Dörfer sind über die Landschaftsbildeinheiten des Wahnbachtales und der Wahnbachtalsperre hinweg Horizontbelastungen gegeben. (S.23)

Es ist absolut unverständlich, wie die Verwaltung auf diese immerhin von ihr selber in Auftrag gegebene Analyse reagiert:

Den erheblichen Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild steht jedoch gem. § 1 Abs. 6 Nr. 8 BauGB entgegen, die Belange der Wirtschaft, auch ihrer mittelständischen Struktur im Interesse einer verbrauchernahen Versorgung der Bevölkerung sowie die Belange der Erhaltung, Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen zu berücksichtigen. (Im Rahmen der Offenlage eingegangene umweltbezogene Stellungnahmen, S.9f)

Diese Bewertung ist eine Frechheit, vor dem Hintergrund der kaum zu erwartenden neuen Arbeitsplätze und jahrelangen Abschreibungen und Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer. Inwiefern es sich bei den Plänen des Antragstellers um verbrauchernahe Versorgung handel, bleibt ebenfalls schleierhaft. Wer bei der Gemeindeverwaltung ist eigentlich für diese Bewertungen verantwortlich? Und wer bestimmt die Kriterien, auf denen diese Bewertungen vorgenommen werden?