Geräuschimmissionen

Bereits in den Vorbemerkungen der Begründung wird auf S.4 darauf hingewiesen, dass die „zum Schutz der Nachbarschaft festgesetzten Immissionskontingente […] an die von dem Antragsteller benötigten Kontingente angepasst werden [müssen]“.

Um zu erfahren, was das genau heißt, muss man schon tief in die vorliegenden Papiere eintauchen.

In der Gutachterlichen Stellungnahme zur Geräusch-Emissionskontingentierung sind auf S.6 die bestehenden Immisionsrichtwerte aufgeführt und auf S.16 die empfohlenen neuen Richtwerte dargestellt. Dazwischen finden sich Tabellen und Darstellungen von Messwerten, Messstellen und Erläuterungen zu Messverfahren. Zwischen den bestehenden und den Empfohlenden Richtwerten liegen im Schnitt 3db. Das mag nicht viel erscheinen, aber:

  • Bereits jetzt wirkt die Geräuschimmision auf die Bewohner der benachbarten Wohngebiete in Wolperath, Hohn und Neunkirchen als störend. Eine Zunahme der Geräuschentwicklung führt also automatisch auch zu einer Zunahme der als störend empfundenen Geräusche.
  • Es lässt sich schwer in Worte fassen, inwiefern 3db mehr, eine inwieweite Zunahme von subjektiv empfundener Geräuschbelästigung darstellt. Wer Interesse hat, lese sich dazu diese Erläuterungen durch.
    Es ist nicht zu erkennen, inwiefern witterungsbedingte Umstände berücksichtigt wurden. So liegen Beispielsweise die Ortsteile Hohn und Neunkirchen in der häufig Wind abgewandten Seite des geplanten Industriegebiets. Also wird hier auch mehr Lärm hingetragen.
  • 63db ist mehr als 60db – da beißt die Maus keinen Faden ab.
  • Das vorliegende Gutachten wurde vom Antragsteller im Rahmen der Antragstellung in Auftrag gegeben. Es kann davon ausgegangen werden, dass es dementsprechend Auftraggeberfreundlich verfasst ist.
    Um diesen Verdacht auszuräumen, muss die Gemeinde ein eigenes neutrales Gutachten in Auftrag geben!

Und dies sind nur die Einwändungen zur Zunahme der Geräuschentwicklungen aus dem Gutachten, die direkt das neue Industriegebiet betreffen. Lesen Sie mehr über die zuätzliche Lärmbelästigung, die durch die Zunahme des Schwerlastverkehrs in der Gemeinde entsteht.