Ein Bauklotzturm? Ein Kirchturm? Ein Fernsehturm?

Na ja, wohl keines dieser „Türmchen“ hat die Größe von 120 x 18 x 25. Zumindest nicht in Metern! Anders formuliert: Wir reden hier von einem Turm in der Länge eines Sportplatzes mit der Breite von drei Vans und der Höhe eines normalen Baukrans. Dieses Bauwerk wird auf einem von allen Höhenzügen aus einsehbaren Gelände liegen, umringt von bis zu 20m hohen Gewerbehallen. Aber werden diese Hallen wirklich nur bis zu 20m hoch? Durch die Hanglage bedingt können tatsächliche Hallenhöhen von bis zu 34m entstehen, da die zulässigen Höhen ab der Bodenplatte über NN angegeben werden.

Keine Ahnung wie hoch das ist? Das Hochregallager eines bekannten Saftherstellers an der Bröltalstraße ist zum Vergleich 35m hoch.

Sie glauben, wir haben uns das nur ausgedacht? Sie können diese Werte Schwarz auf Weiß in den zum Antrag eingereichten Dokumenten Begründung (Punkt 5.2 auf S.15) und Planzeichnung nachlesen. Um diese Werte einmal ins Verhältnis zu setzen: Google Earth liefert Ihnen die Information, dass die tiefste von der Bebauung betroffene Stelle am Wolperatherweg auf 195m NN liegt (designierte Gebäudehöhe hier bis 224m NN) und die Einfahrt Hohnerstraße (gegenüber dem Aquarena) auf 194m NN liegt (geplante Gebäudehöhe hier 220m NN, bzw. 228m NN etwas weiter nach hinten versetzt).

Das klingt alles sehr technisch? Dann verwenden Sie Ihre Vorstellung: Wenn Sie nach Vollendung der umgesetzten Bebauungspläne von Ingersau nach Neunkirchen die B507 hinauffahren, werden Sie ab dem Aquarena auf der linken Seite an einer 25m bis 30m hohen Wand von Industriehallen vorbeifahren. Vom Kreisel am Ortseingang werden Sie Winterscheid nicht mehr sehen können – dafür aber die Wände von Industriehallen. Am Wolperather Weg werden Sie auf einer Länge von fast 500m an einer Wand von Industriehallen vorbeifahren die eine Höhe von bis zu 30m haben werden.

Kein Gebüsch und kein Baum wird es schaffen, diese gigantischen Höhen zu überdecken. Neunkirchen aus der Ferne betrachtet, wird immer von einem Industriehallenkomplex geprägt werden. Wollen Sie das?

Der Gesetzgeber sieht das übrigens folgendermaßen (BauGB):

§34 Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile

(1) Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssen gewahrt bleiben; das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.