Das verkehrte Argument mit dem Verkehr

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„Alles viel zu dramatisch dargestellt.“ So lautet der Tenor der Antragsbeführworter bei der Bürgerinformationsveranstaltung am 24.09.2015. Bisher habe das Unternehmen in Much produziert und in Neunkirchen-Seelscheid verpackt. Der Plan sei die Produktion von Much-Bövingen nach Neunkirchen-Seelscheid zu holen. Dadurch würde der lästige Pendelverkehr zwischen den zwei Gemeinden verringert werden. Dadurch würde der Verkehr abnehmen und nicht zunehmen.

Offenbar müssen die vermeindlichen Experten davon ausgehen, dass es sich bei denen bei der Informationsveranstaltung anwesenden Bürgerinnen und Bürger um komplette Volltrottel handelt. Anders wäre die Dreistheit dieser Argumentation nicht zu erklären, denn…

… natürlich müssen die in Much produzieren Waren nicht mehr zum Konfektionieren nach Neunkirchen-Seelscheid transportiert werden, wenn sie in Neunkirchen-Seelscheid hergestellt werden. Aber wie kommen denn bitte die dafür benötigten Rohstoffe nach Neunkirchen-Seelscheid? Wenn in Neunkirchen-Seelscheid, statt in Much produziert wird, müssen die benötigten Rohstoffe dafür statt nach Much, nach Neunkirchen-Seelscheid. Und anschließend werden die fertig konfektionierten Waren wieder abgefahren. Es kann also resümiert werden: Allein die Verlagerung der Produktionsstätte von Much nach Neunkirchen-Seelscheid bleibt anders als behauptet mindestens Verkehrs-neutral.

Der Geschäftsführer des Antragsteller führt bei der Bürgerinformationsveranstaltung jedoch aus, dass man gerade deshalb auch eine Verlagerung nach Neunkirchen-Seelscheid wünsche, weil man mit den Produktionskapazitäten in Much am Ende sei und man nicht weiter erweitern könne. Es wird also geplant, mehr als bisher zu produzieren. Wenn nicht in Much, dann also in Neunkirchen-Seelscheid. Und mehr Produktion heißt mehr Anlieferverkehr und mehr Abfuhrverkehr als bisher.