Aufhebung der 4. Änderung – Mit Abstand die bessere Alternative

Am vergangenen Montag hat die Gemeinde die Aufhebung der 4. Änderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet „Neunkirchen-Süd“ auf ihrer Internetseite bekanntgegeben. Für uns ein Grund zu Jubeln? Leider nicht. Denn mit der Aufhebung der 4. Änderung des Bebauungsplans tritt natürlich die 3. Änderung automatisch wieder in Kraft. Und damit auch die Regelungen zu denen im Gewerbegebiet geltenden Abstandsklassen.

In den rot markierten Bereichen sind Betriebe der Abstandsklasse V im Ausnahmefall erlaubt.

In der Textlichen Festsetzung werden für sechs Parzellen des Gewerbegebiets im Ausnahmefall Gewerbe erlaubt, für welche die Abstandsklasse V gelten. Was die Gemeinde im Jahr 2007 dazu bewogen hat, diese Ausnahmen einzurichten ist für uns nicht nachvollziehbar. Tatsache ist aber, dass sich die Liste der möglichen Gewerbe wie ein Horrorroman liest. Möglich sind u.a.: Diverse Anlagen zum Schmelzen und Gießen verschiedener Metalle; nicht nur Steinbrüche, sondern auch Anlagen zum Bearbeiten, Hämmern, Rütteln, Vibrieren, Brechen und Mahlen von Steinen; diverse Gerüche freisetzende Anlagen wie z.B. Anlagen zur Herstellung von Beschichtungsstoffen, Braumalz, Stärkemehlen und Süßwaren; Schlachtereien sind genauso erlaubt wie Anlagen zur Herstellung von Tierfutter und Knochenmühlen.

Für das Unternehmen auf dem Berg dürfte aber wohl am wichtigsten gewesen sein, dass Abstandsklasse V auch Anlagen zur fabrikmäßigen Herstellung von Tensiden durch chemische Umwandlung sowie Speditionen aller Art sowie Betriebe zum Umschlag größerer Gütermengen möglich macht.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese Ausnahmeregelungen rückgängig gemacht werden. „Neunkirchen-Süd“ sollte ursprünglich ein Gewerbegebiet für kleine und mittlere Gewerbebetriebe sein. Neunkirchen-Seelscheid fehlt Gewerbeflächen für genau solche Betriebe.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Probleme des Betriebs auf dem Berg und der Suche nach interessierten Investoren läuten bei uns alle Alarmglocken. Was einst möglicherweise als wohlwollendes Zugeständnis gemeint war, könnte sich in naher Zukunft als fatale Fehlentscheidung herausstellen, wenn sich ein Investor einkauft, der nur zu gerne von den Ausnahmereglungen der 3. Bebauungsplanänderung für „Neunkirchen-Süd“ gebrauch machen möchte.